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Mettmann – Randale in einer Monheimer Kneipe. Ein wütender Zecher will die übrigen Gäste verprügeln, hält ein zerschlagenes Bierglas bedrohlich in der Hand. Die Polizei kommt. Der Angreifer geht auf Kommissar Martin Schulte (44) los. Der dreht sich kurz zur Seite, weicht dem Angreifer geschickt aus. Sekunden später liegt der Randalierer gefesselt auf dem Kneipenboden. Was der Mann nicht ahnte: Schulte beherrscht die seltene russische Kampftechnik „Systema“, eine Sportart, die bei uns noch fast unbekannt ist. „Dafür ist sie sehr effektiv“, sagt Schulte schmunzelnd. Seine Frau Zoja (42) ist Russin. „Bei einem Russland-Urlaub mit ihr bin ich zum ersten Mal auf diese Kampftechnik aufmerksam geworden.“ Schulte, ohnehin erfahrener Kampfsportler (er hat den 1. Ju- Jutsu-Dan und den 1. Sinsyubo- Karate-Dan) war sofort Feuer und Flamme. „Systema ist ganz anders. Das Geheimnis besteht darin, den Angriff des Gegners weich aufzunehmen.“ Das heißt: Der Angegriffene weicht aus, dreht sich in den Gegner hinein, nimmt so dessen Kraft auf. Ein kurzer Schlag, und der Angreifer gerät aus dem Gleichgewicht. Schulte: „Das ist der entscheidende Punkt. Wenn er das Gleichgewicht verloren hat, kann er viel leichter überwältigt werden.“ Inzwischen ist Martin Schulte, der in der Mettmanner Polizei-Leitstelle beschäftigt ist, Experte in Sachen Systema, unterrichtet sogar selbst. Zweimal die Woche (dienstags und donnerstags von 20 bis 22 Uhr) lädt er zum Training in die Turnhalle des TV Mettmann ein. Systema ist uralt, geht ins frühe Mittelalter zurück. Die Krieger der Fürsten beherrschten die Kampftechnik meisterhaft: keine Kampfstellungen, keine festen Bewegungsabläufe, keine Uniformen, Rituale oder Regeln. 22.02.2003
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