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WIEDER EINE WOCHE AUGSBURG

Bericht über Top-Seminar 2002

 

von Michael H.

Wie im letzten Jahr freute ich mich schon jetzt wieder auf eine Trainingswoche in Augsburg.


Bereits im letzten Jahr hatten meine Freunde und ich die Ehre und das Vergnügen an einer intensiven Trainingswoche  mit einem der besten Meister des Systema, Mikhail Ryabko, teilzunehmen. 
Diese Woche war einfach fantastisch: Mikhail behandelte die verschiedensten Themen wie z.B.: Atmen, Fallen, Bewegen, unbewaffnete und bewaffnete Verteidigung, Heilkunst, Psychologie, Philosophie etc... auf seine ganz eigene unbeschreibliche Art!  Nach dieser Woche konnten wir alle es kaum erwarten, bis dieses Jahr erneut eine Trainingswoche geplant war.

Dieses Jahr waren zwei der besten  Schüler von Mikhail eingeladen, da nicht klar war, ob Mikhail selber kommen konnte. Für manchen mag dies wie eine Qualitätsminderung aussehen, da man ja nun nicht den Großmeister persönlich,   sondern „nur“ zwei seiner Schüler bekam.
Doch dies ist wie so oft ein Trugschluss! Man kann es mit Grundschülern vergleichen, welche versuchen von einem brillanten Wissenschaftler zu lernen. Sie werden zwar etwas lernen, aber ihn mehr bewundern als alles andere. Deshalb braucht es gute Grundschullehrer, welche den Grundschüler die Basis vermitteln, damit sie später auch genau verstehen, was der brillanten Wissenschaftler meint.

Wir hatten das Glück zwei solch brillante Grundschullehrer in dieser Woche zu treffen und von ihnen unterrichtet zu werden.

Da Igor ebenfalls nicht kommen konnte, blieben „bloß“ Sergej und Andreas!  Doch für meine Bedürfnisse war das mehr als recht:

Sergej, ein Mann, der Spezialeinheiten der Polizei ausbildet, begann mit folgendem  Bildnis: Wir müssten uns vorstellen, wir würden ihn zuhause besuchen und er hätte einen wunderschönen Apfelbaum im Garten stehen. Wenn er uns nun einen Apfel davon geben würde, würden wir ihn essen und schmecken, wie  köstlich er wäre. Er wolle uns jedoch statt des Apfels jedem einen Zweig geben, so dass wir ihn mitnehmen könnten und nach reichlicher Pflege selbst in unserem Garten einen wunderschönen Apfelbaum aufziehen könnten.
Mich beeindruckten diese Worte sofort. Der Einstieg war damit bereits gelungen!

Sergej und Andreas schafften  es in der nun folgenden Woche  die Kunst der Selbstverteidigung in praktischen, taktischen, theoretischen und philosophischen Aspekten darzustellen und zu unterrichten (und das obwohl Andreas aufgrund einer Erkältung bereits am Anfang der Woche fast keine Stimme mehr hatte!!) !!

Hierbei wurde immer wieder die philosophischen Wichtigkeiten des Systema betont:“ die anderen zu nichts zwingen, gute Menschen zu sein, Ideen teilen, das Ganze sehen, ein gesundes Leben führen.....“

Behandelt wurden ähnlich wie im letzten Jahr die ganze Bandbreite des SYSTEMA: Atmen, Fallen, Bewegen, unbewaffnete und bewaffnete Verteidigung, Massage, Psychologie, Philosophie etc... Besonderer Wert wurde dieses Jahr auf Übungen gelegt, welche die FORM schulten.
Sergej und Andreas verstanden es besonders gut, uns die Verbindung zwischen den Übungen im Training und dem Nutzen in der Realität deutlich zu machen!

Auch wenn das Training teilweise sehr anstrengend  war, hat es doch immer Spaß gemacht, da alle bereit waren voneinander und miteinander zu lernen.

Interessant und erfrischend war das Training mit den Mitgliedern aus Andis Gruppe und Freunden aus anderen Ländern (England, Schweiz, Tschechien, Italien). Es tut immer wieder gut, bekannte Gesichter wieder zutreffen!

Auch nach dem Training waren die Aktivitäten sehr entspannt und gesellig. Dadurch, dass wir die ganzen Woche zusammen waren hatten wir genügend Zeit uns über das Training und auch andere Themen des Lebens auszutauschen. Auch dies halte ich für einen wichtigen Bestandteil des Systema ! Dadurch, dass das Training sehr intensiv war, hatte man auch regen Bedarf die Dinge zu verarbeiten. Jeder auf seine Art!!

Da das Wetter (wie auch im letzten Jahr!!) wieder hervorragend mitspielte, gehörte zu unseren Aktivitäten neben den abendlichen Besuchen des Mexikanischen Restaurants und der Cocktailbar „DIRECT“ natürlich die Besichtigung der Augsburger Altstadt, der Augsburger Puppenkiste, ein Ausflug nach München, ein vergeblicher Besuch im Augsburger Zoo, ein Kinobesuch und eine schöne Geburtstagsgrillparty bei Elena mit echtem Schaschlik!! Wieder hatten wir ein Stück russischer Kultur „gekostet“.

Gekrönt wurde die Woche von einem sehr guten Wochenendseminar, bei welchem nochmals die ganzen Bereiche der Woche wiederholt und vertieft wurden. 

Sergej bemerkte zum Schluss, dass nach dem orthodoxen Kalender an diesem Tag der Sonntag der Vergebung sei und bat deshalb um Vergebung für evtl. Fehler, welche er begangen hatte.
  Es gab keine Verletzten und alle waren zufrieden.  In der Rückmelderunde konnte man von allen hören, wie gut es ihnen gefallen hatte, und dass sie weiter an sich arbeiten und mit anderen zusammenarbeiten wollten.
Das Ziel war erreicht!

Es gibt zwar noch vielmehr zu erzählen, aber wer es wissen will, muss es einfach selbst erleben......hoffentlich im nächsten Jahr!!!

Vielen Dank an Sergej, Andreas und all die Anderen.

Dies auch im Namen meiner Trainingsgruppe.

Gruß Michael

März 2002

 

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