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von Dr. Jan Bloem, Russian Martial Art Netherlands / Systema Holland Übersetzt aus dem Englischen von Norbert Matausch, 2005 Am 4. und 5. Juni war Valerii (Val) Riazanov als von Jan Bloem geladener Seminarleiter zwei Tage lang in Groningen (in Nordholland). Hier ein kurzer Eindruck von zwei wunderbaren Tagen, in denen mehr als 100 Personen die Russische Kampfkunst trainiert haben. Valerii Riazanov Zuerst zum Trainer. Val kann als sehr talentierter Systema-Trainer gelten, der mehrere Monate im Jahr mit Mikhail Ryabko persönlich trainiert. Seit seiner Kindheit praktiziert er Sambo und Judo. Er war Mitglied der russischen Judomannschaft. Als talentierter Sportler stand Val unter der Beobachtung des KGB, des berühmten russischen Geheimdienstes, der später auch sein Arbeitgeber wurde. Während dieser Zeit gewinnt Val viel praktische Erfahrung. Einige Zeit später unterrichtet er einigen Spezialeinheiten im Combat Sambo. Wegen eines Profivertrages als Judoka in England zieht Val mitsamt Familie nach London. In dieser Zeit trifft er auf Mikhail Ryabko und sein Systema. Diese Begegnung stellt Val's Welt auf den Kopf. Val ist so beeindruckt vom System und von Ryabko selbst, daß er die Entscheidung fällt, sein Judotraining ganz einzustellen und nur noch Systema zu trainieren. Heute lebt und arbeitet er in London, wo er Systema lehrt. Tag 1 Am ersten Tag mußten alle Teilnehmer sehr hart trainieren. Sieben Stunden Training am Stück, unterbrochen nur von einer kurzen Pause. Val begann mit den Systema-Grundübungen: Gehen, Laufen, Liegestütz, Bauchaufzüge und Rollübungen. Alles bekannte Übungen, sie sind aber sehr schwierig, wenn man sie auf Systema-typische Art und Weise durchführen muß. Denken Sie zum Beispiel nur einmal an 20 Liegestütze ohne Luftholen! Nachdem Val die Bewegungskonzepte des Systema erklärt hatte, brachte er uns eine andere Spezialität des Systems nahe: das Absorbieren und Austeilen von Schlägen. Val erklärte, daß es sehr wichtig sei, Schläge einstecken zu können. Und damit ist nicht nur der körperliche Aspekt gemeint. Treffer üben auch eine Wirkung auf die Psyche aus, und damit muß man umzugehen lernen. Einige Teilnehmer, die eine “Behandlung” von Val bekamen, fanden sehr schnell heraus, was Val mit dieser Aussage meinte. Scheinbar ohne Aufwand verschaffte Val auch den größten Jungs einen “Moment der Ruhe”. Das Seminar behandelte dann die Bewegung. Es war sehr schön anzusehen, mit welcher Mühelosigkeit Val Angriffen entkam. Einer der Teilnehmer, ein europäischer Kampfkunst-Champion und Vizeweltmeister, war nicht überzeugt und fragte Val, ob er es an ihm vesuchen dürfte. Danach erzählte er mir, daß es die schlimmste Tracht Prügel war, die er in den letzten Jahren kassiert hatte. Nicht so sehr, weil Val ihn körperlich verletzt hatte, sondern weil er das Gefühl hatte, daß er nicht in der Lage war, die Technik auszuführen, die er ausführen wollte. Als Folge ging sein Ego mit ihm durch. Im Nachhinein schämte er sich für sein Verhalten. Als nächstes zeigte Val, wie die Systema-Prinzipien auch in Grappling-Situationen Gültigkeit haben. Wieder wollten es einige Jujutsu- und Aikido-Trainer wissen. Es sah aus, als versuchten sie, einem Aal einen Gelenkhebel anzulegen! Der Rest des Tages bestand aus praktischen Übungen und verschiedenen Anwendungen. Eine spezielle Eigenheit des Systema-Trainings ist, daß der Trainer viel demonstriert. Die Arbeit, die Val mit den Holländischen Systema-Instruktoren Arend Dubbelboer und Jan Bloem zeigte, war manchmal so intensiv, daß man im Dojo des Universitäts-Sportzentrums eine Nadel hätte fallen hören können. Val schloß den Tag mit Entspannungsübungen und Diskussionen. Tag 2 Am nächsten Tag, wurden Arend und Jan vom weltbekannten Kampfkünstler Earl Blijd zu seinem berühmten “Bao Trieu Training Seminar” eingeladen. In diesem Seminar zeigen die weltbesten Kampfkunstinstruktoren ihr Können; in diesem Jahr waren es zum Beispiel Semmy Schilt (K1-Grand-Prix-Champion), Li Yanglong und Lui Qiping (Wushu), Gildu Valu (Capoeira) und andere. Aber die Besucher des Seminars waren derart an Systema interessiert, daß sich die meisten von ihnen entschlossen, an den Systema-Workshops teilzunehmen. Jeder der drei Workshops behandelte ein anderes Thema. Der erste beschäftigte sich mit Schlägen und Körperstruktur, der zweite mit Messer-Entwaffnung und der dritte mit Bodenkampf. Beim letzten herrschte zu Anfangs einige Verwirrung bei den Teilnehmern, weil sie gerade eben mit einem Mixed Martial Arts-Champion Bodenkampf trainiert hatten. Bald jedoch sahen sie, daß diese Art des Bodenkampfs ganz anders war. Hier ging es nicht darum, einen Wettkampf zu gewinnen, sondern zu überleben. Zusammengefaßt: Das erste Systema-Seminar in Holland war ein großer Erfolg. Im Herbst 2005 kommt Val Riazanov wieder nach Holland. Wir halten Euch auf dem Laufenden. |
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