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Systema ist eine altrussische
Kampfkunst. Sie beinhaltet die Verteidigung gegen einen und mehrere
Angreifer, Waffenkampf, psychische Ausbildung und andere Fertigkeiten, die
für einen Menschen im Alltag und in Extremsituationen nützlich sein können.
Systema ist eine ganzheitliche Lehr-
und Ausbildungsmethode, die körperliche, psychologische und geistige Übungen
enthält. Diese Methode eignet sich für jeden Menschen unabhängig von seinem
Geschlecht, Alter, der körperlichen Verfassung, Konfession oder
Nationalität. Sie fördert die psychologische und geistige Entwicklung, sowie
die Körperkultur des Menschen.
Was macht man als Erstes, wenn man mit
dem Systema-Training anfängt?
- Man lernt, richtig zu atmen, und
stärkt das Nervensystem. Im Training werden immer die eigenen Handlungen
bewusst kontrolliert. Dies ist in der Regel mit der Synchronisierung von
Bewegung und Atmung sowie von Atmung und Puls verbunden. Mit Hilfe der
Atmung, sowie der An- und Entspannung der Muskulatur lernt man den Stress,
die Aufregung und die Angst zu bekämpfen. Denn die Atmung ist die
Grundlage zur Regulierung von physiologischen Vorgängen, die den
Hauptmechanismus von Stressreaktionen darstellen.
- Man lernt, sich beim Fallen zu
sichern. Ein Training beginnt mit Gehen, Laufen, Fall- und Rollübungen
verbunden mit unterschiedlichen Arten der Atmung. Dabei ist die Fall- und
Rolltechnik so konzipiert, dass man jederzeit in der Lage ist, einen
Gegenstand in den Händen zu halten.
- Man stärkt seinen Stütz- und
Bewegungsapparat. Im Systema gibt es viele körperliche Übungen, bei denen
der Schwerpunkt nicht auf der Zunahme der Muskelmasse liegt, sondern auf
der Stärkung von Gelenken und Sehnen, Konditionsaufbau, Ausdauer und
Schnellkraft.
Außerdem entwickelt man im Systema
Geschicklichkeit, Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit. Man trainiert
seinen Vestibularapparat („Gleichgewichtsorgan“), den Blutkreislauf und das
Atmungssystem, lernt Schläge zu absorbieren, mit Schmerzen umzugehen und
stärkt seinen gesamten Körper.
Die oben aufgezählten Aspekte gehören
zu den Grundlagen von Systema. Mit dem steigenden Können geht man zum
angewandten Teil über, und zwar zur Kunst des Kampfes. Das Lehren von
Kampffertigkeiten geschieht durch eine direkte Weitergabe des Wissens vom
Ausbilder zum Studenten, aber auch vom Studenten zum Studenten. Die
Grundlagen kann man im Selbststudium erlernen. Dagegen braucht man für den
angewandten Bereich unbedingt einen qualifizierten Ausbilder und einen
Trainingspartner. Die Grundlagen sind eine wichtige Voraussetzung für das
Weiterkommen im Systema, denn um das Wissen von Systema-Ausbildern zu
bekommen, muss man wenigstens richtig fallen und sich sichern können.
Im Systema gibt es weder besondere
Kampfstellungen, noch formelle Übungen. Im Kampf verwendet man natürliche
Positionen und Bewegungen. Dadurch lernt man, jederzeit bereit für einen
Angriff zu sein. Der Nahkampf im Systema hat keine Schablonen und basiert
auf einem Feingefühl für den Gegner. Um ein solches Feingefühl zu
entwickeln, braucht man einen entspannten und beweglichen Körper, sowie eine
sehr aufmerksame, feinfühlige, achtungsvolle Haltung seinem Gegner
gegenüber. Auf diese Art und Weise wird Systema nicht aggressiv. Das Ziel
von Systema ist nicht, dem Gegner zuvorzukommen oder ihn zu besiegen,
sondern ihn zu lenken. Denn wenn es mehrere Gegner sind, reicht die Kraft
nicht aus, alle zu überwinden. Aber durch entsprechendes Können
ist es möglich, sich auch in solchen Situationen zu verteidigen.
Ein aufmerksames Verhalten gegenüber
dem Gegner führt dazu, dass ein Kampf eher an einen Dialog erinnert, und im
Training eine sehr freundschaftliche Atmosphäre herrscht. Die Kunst den
Gegner zu lenken, erlaubt es, in einer realen Situation einen Kampf oft zu
beenden, bevor er begonnen hat. Außerdem entsteht durch das Systema-Training
die Gewohnheit, jedem Menschen gegenüber aufmerksam und höflich zu sein, was ohne
Zweifel sinnvoll für das alltäglichen Leben und zwischenmenschliche
Beziehungen ist. Dies führt insgesamt zu einem geistigen Wachstum des
Trainierenden. (aw)
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